Über mich

Guido Kasmann

Alles in mir und an mir ist erwachsener oder einfach älter geworden, nur ein Teil meiner Fantasie nicht, und der erzählt mir meine Geschichten.

Ich lebe in Köln, der Stadt meines Herzens, in der ich auch 1959 geboren wurde. Ich bin stolzer Vater von zwei erwachsenen Kindern, war bis 2009 Grundschullehrer und als Fachleiter für die Lehrerausbildung der Primarstufe im Fach Musik in Mönchengladbach tätig. Seit  2003 veröffentliche ich Kinderbücher. Mein erster Roman heißt „Appetit auf Blutorangen“. Seit August 2009 widme ich mich ausschließlich dem Schreiben und meinen Lesungen.
Zu meinen Romanen veranstalte ich jährlich bis zu 200 Lesungen (Erzähltheater mit Musik) in ganz Deutschland, vornehmlich vor Grundschulkindern in Schulen und Buchhandlungen. In den Lesungen erzähle, lese und musiziere ich mit den Kindern zur Thematik meiner Romane.

Die Arbeit mit Kindern hat mein ganzes erwachsenes Leben durchzogen. In meiner Zivildiensttätigkeit kam ich zum ersten Mal beruflich mit Kindern in Kontakt. Ich absolvierte meinen Zivildienst in einem italienischen Kindergarten in Köln. Ich merkte sofort, dass ich gerne mit Kindern zusammen war und mit ihnen gut umgehen konnte. Ich fasste den Entschluss Grundschullehrer zu werden. Das Musizieren und das Erfinden (von Geschichten) nahmen von Anfang an in meiner beruflichen Tätigkeit in der Grundschule großen Raum ein. Ich inszenierte mit den Kindern, brachte Märchen zur Aufführung, immer mit Musik und immer: mit ganz viel Spaß.

Bald arbeitete ich in der Lehrerausbildung am Studienseminar für die Primarstufe in Mönchengladbach als Musik-Fachleiter und später auch als Hauptseminarleiter. Auch hier blieb mein Ziel neben anderen vor allem, den Lehramtsanwärterinnen deutlich zu machen, welch hohen Anteil für das Lernen nicht zuletzt die eigene Freude am Zusammensein und Unterrichten mit den Kindern hat.

Zuhause kamen meine beiden Kinder Anna und Jan zur Welt und auch mit ihnen sang ich täglich, las ihnen Bücher vor oder erzählte selbst erfundene Geschichten.

So bin ich an das Schreiben von Geschichten für Kinder gekommen. Ich habe es meinen Kindern zu verdanken, dass ich noch eine andere Aufgabe (nach der pädagogischen) für mich gefunden habe, die mir unendlich viel innere Kraft und Freude schenkt. Oder wie ich es in den Lesungen den Kindern oft mit einem Lächeln sage: Meine Kinder sind schuld, dass ich Bücher schreibe.

Mit viel Mühe fand ich einen kleinen Verlag, der mein erstes Buch „Appetit auf Blutorangen“ druckte. Es verkauften sich auf Anhieb so viele Exemplare, dass der Verlag kaum mit dem Nachdrucken nachkam. Es wurde nötig einen größeren Verlag zu finden. Durch Glück wurde ich auf den Buch Verlag Kempen aufmerksam, der u.a. Unterrichtsmaterialien zu Kinderbüchern erstellt. Da ich für mein Buch auch schon begonnen hatte, ein paar Arbeitsblätter zu entwickeln, stellte ich dem Verlag meinen Roman nebst Materialien vor. Begleitung und Lektorierung waren überaus professionell, die Veröffentlichung folgte nur wenige Monate später und der Erfolg stellte sicherlich die Erwartungen des Verlages, aber auch meine eigenen in den Schatten. „Appetit auf Blutorangen“ wurde innerhalb des Verlages ein Bestseller, unzählige Klassen in ganz Deutschland wählten meine „Blutorangen“ als Lektüre, weitere Projekte folgten, mit ähnlichem Erfolg und neue Ideen warten nur auf die Umsetzung.

Ich hatte sofort Lust, zu meinen Büchern auch Lesungen zu halten. Hier kamen mir meine Fertigkeiten als Lehrer zugute. Ich wusste, dass ich mich nicht eine Stunde vor die Kinder hinsetzen und ihnen Ausschnitte aus meinen Büchern vorlesen konnte. Ich überlegte mir also Szenen aus meinen Büchern, die ich auch spielen konnte, dichtete passende Texte zu Musik, die ich mit den Kindern während der Lesung sang, wusste auch, worüber Kinder gerne lachen … Kurzum, ich rhythmisierte und methodisierte meine Lesungen … Oh, was schreibe ich da? Nein, ich will den Kindern eine unterhaltsame Zeit bereiten, in der sie staunen, lachen, singen können und spüren:

Lesen ist etwas ganz Tolles…

Das muss mir gelungen sein, denn meine Lesungen – das schreibe ich nicht ohne Stolz – sind sehr beliebt und ich kann leider nicht so viele Termine vergeben, wie ich Anfragen bekomme.

Und da ich nun einige Erfahrungen als professioneller Vorleser habe ( in der Schule, bei Lesungen und als Vater), halte ich inzwischen Vorträge vor Lehrerverbänden, Lehrer-Seminaren und Schulkollegien, wie man mit einfachen Mitteln Kindern lebendig vorliest und ihnen damit Lust auf das selber Lesen macht. Lesen Sie hier mehr zu meinen Fortbildungsangeboten.

Ein (ehemaliger) Lehrer schreibt Kinderbücher? Klingt das nicht nach Belehren, nach versteckter Didaktik, nach Konstruktion zur Erfüllung eines Lehrplans? Tatsächlich haben viele Lehrer Kinderbücher geschrieben (einer der bekanntesten ist z.B. Willi Fährmann). Aber die wenigsten kann man belehrend nennen, oder didaktisch. Ich bin der Überzeugung, dass Kinder sehr schnell merken, wenn sie belehrt werden sollen. Sie reagieren darauf, in welcher Form auch immer, auf jeden Fall eher abweisend. Ich habe auch nichts dagegen, wenn man in meinen Büchern Leitlinien für die Bewältigung des Lebens finden sollte. Aber eins ist ganz sicher: Ich schreibe Bücher für Kinder, weil ich gerne Geschichten erzähle, weil ich mir gerne etwas ausdenke. Ich schreibe Bücher, weil ich selber gerne lese, vielleicht auch, weil ich gerne wieder für Momente ein kindlicher Held sein will, weil …. Was weiß ich? Muss ich es wissen?
Und wenn Kinder eines meiner Bücher in der Hand halten und über das Verhalten von Kathi, Gregor, Tiziana, Christa, Luisa oder Kuno nachdenken, oder wenn sie denken: „Ey, Lesen ist aber klasse!“, oder wenn sie einfach an einer Stelle lachen, dann, ja dann, bin ich sehr glücklich.